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Firma

Atelier Roman Scheidl

Information

 

Strasse: Sonnenhofgasse 6/2/3
PLZ / Ort: Wien
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Rubriken: Theater, Malerei, Kunst, Film, Performance
Suchbegriffe: Zeichnung, Bayern-Alfa, Live-Lichtzeichnung, Keramik, TAMAMU Enseble, TAMAMU Cafe
Informationen:

Atelier Roman Scheidl, Wien

SonneundMondDie in bewegter Pinselsprache niedergeschriebenen Tuschpinselzeichnungen des Wiener Malers Roman Scheidl deuten zeichenhaft-fragmentarisch Visionen einer ganzheitlichen Weltsicht an. Das Gegensätzliche von Abstraktion und Gegenständlichkeit vereinigend, verheißen sie provokativ Schönheit und Glück. Die bühnenhafte Inszenierung, die fließenden Formen, die sich stets in etwas Neues verwandeln, verweisen auf das Scheinhafte, Illusionäre, Transitorische dieser Welt.
Die bewegte Pinselsprache Roman Scheidls verwirrt zunächst den Betrachter, der sich in die Bilder hineinlesen muss. So locker gezeichnet und gemalt seine Arbeiten sind, sie geben ihr Geheimnis nicht ohne weiteres preis. Das Ambivalente, ja Vieldeutige seiner Bildsprache verrätselt das Dargestellte, das sich im Gewebe der Pinselschläge in Rhythmus aufzulösen scheint. Wir bewegen uns an der Grenze von Gegenständlichkeit und Abstraktion, Gegensätze, die Scheidl in seiner Bildsprache zu einer Einheit verschmelzt. Es liegt in der offenen Grundhaltung des Künstlers, dass er Gegensätzliches vereint und in der Bewegtheit Stille und Harmonie sucht. Seine Tuschpinselzeichnungen, von fernöstlicher Kalligraphie inspiriert, verwandeln alles in einen Rhythmus, der die Gegensätze aufhebt, das Feindliche spielerisch zusammenführt. Alles ist auf das Versöhnliche hin angelegt, das seinen Bildern Schönheit verleiht, die Illusion des Glücklichseins beschwört.
Im Grunde genommen geht es Roman Scheidl immer um eine möglichst vielfältige Aneignung der Welt; Aneignung in dem Sinne, dass die Motive in eine bühnenhafte Szenerie, in eine zauberhafte, transitorische Welt versetzt werden.
So werden den Motiven die Schwere unserer Lebensrealität genommen. Sie verwandeln sich in heitere, lockere, duftige Szenen. Wozu Scheidls Pinselsprache Wesentliches beiträgt. Die erzählerische Thematik, ganz bildhaft geworden, gehorcht nur der Logik des Bildes und nicht einer solchen der Sprache. Die sprichwörtlich bildhafte Offenheit seiner Arbeiten kann niemals durch die Sprache eingeholt werden.
Helmuth Kruschmitz

Keramik

Seit Ende der achtziger Jahre arbeitet Roman Scheidl mit dem Keramiker Felix Vogler aus Winterthur zusammen. Es geht dabei nicht so sehr um die Verwertung des künstlerischen Zeichenrepertoires für Gebrauchsgegenstände, wenngleich hier jene Figuren in Glasur gebrannte Dauer erlangen, die bei der Live-Zeichnung am Overheadprojektor verloren gehen.

KeramikDie Freundschaft der beiden beruht auf der gemeinsamen, einander befruchtenden Arbeit. Felix Vogler ist ein experimentierender Könner wie der Drucker Kurt Zein. Wie der eine mit den Druckplatten zaubert, tut es der andere mit Glasuren. Beide bereichern mit ihren Materialien, Techniken und vor allem mit ihrem prozesshaften Handwerk das Werk Roman Scheidls. Ätzende Säuren und die Glut des Brennofens, beide bewirken, im Zusammenspiel von Kunst und Handwerk, alchimistische Verwandlungen.

Die Schalen, Vasen, Kugeln, Becher oder Kannen Felix Voglers halten sich eher an klassisch einfache Formen, über deren konkave oder konvexe, auf jeden Fall perfekt gearbeitete Flächen die Figuren und kürzelhaften Zeichen des Künstlers tanzen. Oder schwimmen? Wie Goldfische im Glas? Auf jeden Fall entsteht Leichtigkeit, hinter der die komplizierte Technik der Herstellung ebenso verschwindet wie die Robustheit des Materials.

Das Schöne daran ist: Wir löffeln gerade die Suppe aus einer dieser gemeinschaftlich produzierten Schalen, und am Grund drehen Tänzerinnen ihre Pirouetten, wirbeln Blätter wie im Wind; oder Vögel ziehen wie Fischschwärme dahin. Poetik des Alltags.

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